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5-STAR-SERVICE
Machen Sie Ihre eigene Konjunktur mit einzigartigen Serviceangeboten!

Ein Tankstellenbesitzer wurde einmal gefragt, warum seine Tankstelle immer voll sei, während die Tankstelle auf der anderen Straßenseite, die vergleichbares Benzin zum selben Preis anbot, fast immer leer war. Der Geschäftsmann antwortete: "Die sind in einer anderen Branche als wir. Die haben eine Tankstelle - wir sind ein Servicebetrieb."

5-Star-Service heißt auch für Sie die Branche zu wechseln. Es geht nicht darum, netter zu den Kunden zu sein und einen Tick besseren Service als Ihre Wettbewerber zu bieten. Es geht darum, mit Serviceangeboten dem Kopf-an-Kopf Wettbewerb zu entkommen und Ihr eigenes Monopol zu schaffen.

Echte Business-Querdenker nutzen diese Chance - traditionelle Führungskräfte übersehen sie: Nur 19 Prozent der in Europa aufgewendeten Innovationsausgaben werden für das Entwickeln neuer Serviceangebote verwendet. Der Rest fließt in die Entwicklung neuer Produkte. Noch mehr Potential bietet der deutsche Markt. Hier wandern nur vier Prozent des Entwicklungsbudgets in die Entwicklung neuer Serviceleistungen.

 

Querdenk-Update

Servicedesign bei der Bank of America – "Keep the Change" (Beratungsletter 8/2008)

Was tun mit den vielen Münzen, die man als Wechselgeld zurückbekommt und die sich im eigenen Portemonnaie sammeln und es irgendwann zum Bersten bringen? Unsere Lösung: Es mit gleicher Münze heimzahlen - und das funktioniert so: Stehen Sie beim nächsten Supermarktbesuch an der Kasse, murmeln Sie einfach mit lässiger Selbstverständlichkeit: "Moment, ich hab's passend." Dann beginnen Sie damit, die Cent-Stücke aus ihrer Geldbörse vorzuzählen. Ein Tipp von uns: Echte Profis stürzen gleich das ganze Kleingeld auf das Kassenband und bitten den Kassierer, sich doch den passenden Betrag rauszusuchen.

OK, wir geben es zu: Diesen Trick haben wir noch nicht ausprobiert. Dafür sammeln wir unser Kleingeld in einer alten Milchkaffeetasse... Aber wäre es nicht schön, wenn eine Bank hierfür eine innovative Lösung hätte, die vielleicht auch noch zum Sparen anregt?

Die Bank of America hat genau dieses Problem als Chance begriffen. Um eine innovative Lösung zu erarbeiten, wurde zunächst ein interdisziplinäres Team der US-Designagentur Ideo beauftragt, das Sparverhalten von amerikanischen Haushalten in Erfahrung zu bringen. Das Team bestand aus Anthropologen, Psychologen und Soziologen. Sie beobachteten die Menschen beim Einkauf und bei der Hausarbeit.

Banaler Befund: "Uns fiel auf, dass viele Menschen gern Geld sparen würden, aber Schwierigkeiten hatten, diese Absicht umzusetzen." Die Servicedesigner von Ideo konzipierten ein radikal einfaches Finanzprodukt für die ratlose Zielgruppe: "Keep the Change" – "Behalte das Wechselgeld". Und das funktioniert so:

Bezahlen Kunden der Bank of America beim Einkaufen mit der Bankkarte, rundet die Bank den Betrag bis zur nächsten geraden Summe auf. Die Differenz wird automatisch auf ein Sparkonto überwiesen. Simpler geht Sparen nicht!

Und damit das Ganze noch interessanter wird, bezuschusst die Bank das Sparen, indem sie den gesparten Betrag nach den ersten drei Monaten verdoppelt und am Jahresende noch einmal 5 Prozent dazu gibt. Diese Geschenke sind allerdings auf 250 Dollar im Jahr begrenzt.

"Keep the Change" ist ein riesiger Erfolg: Nach einem knappen Jahr nutzten bereits 2,5 Millionen Kunden das Serviceangebot. Außerdem wurden 700.000 neue Bankkonten und eine Million Sparbücher angelegt.

Querdenk-Chance

Entscheidend für die erfolgreiche Entwicklung von Ideen wie "Keep the Change" ist die Herangehensweise eines interdisziplinären Teams aus Bankern, Designern, Soziologen und Psychologen. "Im Gegensatz zur rein technischen Innovation geht es um Einfühlungsvermögen und Vorstellungskraft", so Ideo-Chef Tim Brown.

Die Lösung, die dabei entwickelt wurde, finden wir ebenso so einfach wie genial. Aber genau das ist es: Bitte nicht noch mehr Broschüren mit Spartipps drucken, sondern ungewöhnliche Lösungen entwickeln, die dem Kunden Spaß machen und einen echten Wert liefern.

 

 

Querdenk-Update

BusinessWeek Service Champions (Beratungsletter 5/2008)

In der Realität ist die Wirklichkeit ganz anders. Oft sind es Welten, die zwischen erstklassigem Service in der Theorie und in der Praxis liegen. Dabei würde ein Teelöffel voll gesunden Menschenverstands dazu beitragen, dieses Problem zu beheben: Gebt den Mitarbeitern die Möglichkeit, sich in die Schuhe der Kunden zu versetzen. So einfach ist das.

Die beiden folgenden Querdenk-Beispiele zeigen, wie das funktioniert: Mitarbeiter aller (!) Hierarchieebenen erleben ihr Unternehmen aus der Kundenperspektive. Und zwar mit außergewöhnlichen Maßnahmen, die im Service-Ranking des BusinessWeek-Magazins mit den Plätzen 1 und 2 belohnt wurden.

1. United Services Automobile Association (USAA): Die Kunden des amerikanischen Finanzdienstleisters und Versicherers sind ausschließlich Armeeangehörige und deren Familien. Doch von den USAA-Mitarbeitern hat kaum jemand "gedient". Also bekommen neue Mitarbeiter in der Orientierungsphase Helm und Uniform, und in der Kantine den typischen Army-Fertigfraß verpasst. Besonders wirkungsvoll: USAA-Angestellte dürfen auch Briefe von Soldaten, die im Kampfeinsatz sind, lesen, um deren Sorgen und Bedürfnisse besser nachzuvollziehen.

2. Four Seasons Hotels and Resorts: Einfache Servicekräfte eines Luxushotels können sich kaum eine Nacht in ihrem Hotel leisten. Die 5-Sterne-Kette Four Seasons lässt daher jeden Mitarbeiter, ob Putzfrau oder Elektriker, regelmäßig in den eigenen Hotels übernachten. Kostenlos - aber nicht umsonst!

Die Idee: Die Hotelangestellten sollen den hauseigenen Service bewusst erleben. Denn sie sind die strengsten Kritiker – wenn man sie nur lässt! Positiver Nebeneffekt: Die Mitarbeiter nehmen die Lernmaßnahme als Belohnung wahr. Während ihrer Einarbeitung "müssen" sie einmal, nach zehn Dienstjahren dürfen sie bis zu 20 Mal jährlich in einem Four Seasons-Hotel absteigen.

Kein Wunder, dass die Hotelkette seit elf Jahren durchgängig unter den "100 Best Companies to Work For" rangiert. Nur 13 weiteren Unternehmen ist dies ebenfalls gelungen.


Querdenk-Chance


Wer ein Produkt oder einen Service verbessern oder ein bahnbrechendes neues Angebot entwickeln will, muss unbedingt mit eigenen Augen sehen, welche Bedürfnisse die Kunden haben.

Guy Kawasaki, Apple-Veteran und Bestsellerautor, fordert: "Eat your own dog food" – Man möge das Futter, das man für Hunde produziert, auch gefälligst mal selbst essen. Klar?

 

 

Querdenk-Update

Zappos (Beratungsletter 7/2007)

"Wir sind ein Serviceanbieter, der zufällig Schuhe verkauft." Das Internetversandhaus Zappos.com ist kein gewöhnliches Schuhgeschäft. Mögen Sie jetzt vielleicht denken "Schuhe online bestellen – das kann man doch längst!?" - dann lautet unsere Antwort:  Natürlich, aber längst nicht so bequem und nicht bei einem Unternehmen, dessen Umsätze sich seit Jahren annähernd verdoppeln.

"Es ist fantastisch!" erklärt Kundin Pamela Leo begeistert: "Mit Zappos kommt das Schuhgeschäft zu Dir nach Hause. Dort kann ich die Schuhe in aller Ruhe anprobieren und prüfen, zu welchem Outfit sie passen." Als Stammkundin wird Pamela Leo sogar über Nacht beliefert. Und die Schuhe, die ihr nicht gefallen, schickt sie einfach wieder zurück – Versand und Umtausch sind bei Zappos kostenlos.

Diesen Komfort kann ihr kein Ladengeschäft bieten; auch nicht die riesige Auswahl an 90.000 Modellen und über 500 Marken. Doch Auswahl allein reicht nicht als Erfolgsgarant. Tony Hsieh, CEO von Zappos, setzt vor allem auf 5-Star-Service. Seine Vision: 30 Prozent des US-Einzelhandelsvolumens werden künftig online abgewickelt. Dann werden Konsumenten dort einkaufen, wo Service und Versandbedingungen am besten sind - also bei Zappos!

Es dauerte lange, bis die Konkurrenz Zappos wahrnahm: "Die Branche war regelrecht geschockt, mit welcher Geschwindigkeit und Popularität Zappos zum Überholen ansetzte", so ein Branchenanalyst.

Es ist doch so: Vielen Unternehmen sind Kundenanfragen per E-Mail einfach nur lästig. Zappos hingegen stockt Personal auf, um sicherzustellen, dass kein Kontaktformular unbeantwortet bleibt. Gleiches gilt für die Telefonate mit Kunden: Das Call-Center muss sich weder an vorformulierte Gesprächsabläufe halten, noch herrscht Zeitdruck. Es gibt auch keine Pläne, das Call-Center nach Indien auszulagern. Ganz im Gegenteil: es bleibt direkt am Firmensitz in Las Vegas: "Das ist wichtig für die Kundennähe", sagt CEO Hsieh.

Querdenk-Chance

"Wenn die Leute wissen, dass Service und Lieferbedingungen bei uns am besten sind, werden sie auch loyal bleiben, wenn wir das Sortiment erweitern." Das ist bereits geschehen. Zappos vertreibt mittlerweile auch Accessoires, Taschen und Kleidung. Von Werbung für die neuen Produktlinien hält CEO Hsieh übrigens wenig. Mund-zu-Mund-Propaganda reiche aus, was die Umsatzzahlen (in USD) eindrucksvoll belegen: 2000: 1,6Mio. / 2001: 8,6Mio. / 2002: 32Mio. / 2003: 70Mio. / 2004: 184Mio. / 2005: 370Mio. / 2006: 579Mio. / 2007: 800Mio.

Zappos Maxime lautet: "Wir wollen, dass unsere Kunden, Angestellten und Investoren nur eines sagen: Wow!" Trifft diese Losung auch auf Ihr Unternehmen zu?

 

 

Querdenk-Update

PEMA (Beratungsletter 4/2007)

Zwei Zahlen vorweg: Der Fuhrpark umfasst 13.000 Fahrzeuge und soll dieses Jahr um 240 Mio. Euro aufgestockt werden. Die Rede ist von "Pema", Deutschlands größter LKW-Vermietung. Die Pema GmbH vermietet Zugmaschinen und Anhänger in allen Größen und Varianten. Der Laden brummt, denn das Geschäftsmodell "Mieten statt Kaufen" bietet Kunden – meist Speditionen – entscheidende Vorteile: Sie können sich die Anschaffung teurer Brummis sparen. Auch müssen sie ihren Fuhrpark nicht mehr mit langfristigen Krediten finanzieren, was wiederum für schlanke Bilanzen sorgt.

Ganz gleich für welches Transportgut – Pema stellt jederzeit das gewünschte Fahrzeug zur Verfügung: Sie brauchen heute ein Containerchassis, morgen einen Betonmischer und für den Rest des Monats einen Kühlanhänger? Kein Problem. Je nach Bedarf können die Kunden während der Mietvertragsdauer "die Pferde wechseln" und somit flexibel auf Marktsituationen reagieren.

Worauf die Kunden aber wirklich anspringen, ist der branchenweit einzigartige Rundum-sorglos-Service: Als einziger Vermieter unterhält Pema ein eigenes europaweites Werkstättennetz. An 8 deutschen Servicestationen und 7 weiteren in Tschechien, Dänemark, der Slowakei und in der Schweiz sorgen 550 Mitarbeiter Tag und Nacht für Wartung, Reparatur, TÜV oder Fahrtenschreiberüberprüfung. "Der Spediteur fährt seine Fracht – den Rest übernehmen wir", so der geschäftsführende Gesellschafter Thomas Manns.

Diesen bequemen Service nutzen die Speditionen meist während der Nachtfahrverbote. Die Fahrer bekommen eine warme Mahlzeit, eine Dusche und sogar einen Schlafplatz, während die Wartungsarbeiten durchgeführt werden. Dank diesem umfassenden 5-Star-Service ist für die Expansion kein Ende in Sicht. Die nächsten Stationen sind Polen, Finnland und Schweden: "Der Markt gibt noch viel her!"

Querdenk-Chance

Etwa 4.000 Euro Miete kostet ein Truck samt Trailer pro Monat. Die Konkurrenz ist bis zu 600 Euro billiger, schickt ihre Kunden bei Defekten aber zum Hersteller. "Hier kommen wir ins Spiel", so Manns. Seine über 3.000 Kunden zahlen diesen Aufpreis gern, denn sie sind damit alle Probleme los.

"Wartung und Reparatur selbst durchzuführen ist teurer und lenkt vom Kerngeschäft ab", so ein "geläuterter" Fuhrunternehmer. So wie er verkauften viele, die niemals an LKW-Miete gedacht hätten, ihren gesamten Fuhrpark, um ganz auf Pema umzusatteln. "So haben wir transparente Kosten und profitieren vom sehr guten Service."

 

 

Querdenk-Update

Die +zahnärzte (Beratungsletter 12/2006)

Der Widerstand war groß. Dass sich Zahnärzte als "Dienstleister am Patienten" verstehen, war höchst suspekt. Was 1993 in Düsseldorf als Zweimannbetrieb anfing, ist heute ein Praxisverbund an 6 Standorten, mit mittlerweile über 20 Dentisten. Sie nennen sich "die+zahnärzte" – und haben die Branche ganz schön aufgebohrt!

Was ist ihr Erfolgsgeheimnis? Nun, der Patient ist König! Die +Zahnärzte arbeiten in drei Schichten, von 7 Uhr morgens bis Mitternacht und das an 7 Tagen pro Woche. Keine Zeit für den Zahnarzt? Diese Ausrede funktioniert nicht mehr. Ob Sonntag früh oder Ostermontag – Termine sind samstags, an Sonn- und Feiertagen von 9-19 Uhr möglich und werktags von 7-24 Uhr.

"Früher kamen fast ausschließlich Rechtsanwälte, Selbstständige, Werber oder Unternehmensberater sonntags oder um 23 Uhr in die Praxis. Heute, in Zeiten hoher Arbeitslosigkeit, wollen auch viele andere Patienten ungern während der Arbeitszeit fehlen", sagt Praxisgründer Oliver Münks. Tendenz steigend.

Der Anspruch, einen einmaligen Service zu bieten, zeigt sich auch in der Ausstattung der Räumlichkeiten. Statt kalter Praxis mit sterilem Warteraum und abgegriffelten Zeitschriften gibt es zeitgenössische Kunst, Relax-Zonen und Lounge-Räume. Für Kinder gibt es Piratenschiff-Wartezimmer und Behandlungsräume à la Dschungelbuch und Co.

Mittlerweile sind 34.000 Patienten in der Kartei der +Zahnärzte. Ziel ist es, sie zur Prophylaxe anzuspornen. Denn je weniger gebohrt werden muss, desto zufriedener sind die Kunden, und desto häufiger kommen sie wieder. Dieses Prinzip rechnet sich mindestens so gut wie ein schmerzvoller Eingriff alle paar Jahre. So erhöht man die Kundenbindung! Auf die "Patientenparty" kamen letztes Jahr 1.700 zufriedene Gäste.


Querdenk-Chance


Keine Idee, wie Sie Ideen für 5-Star-Service-Angebote entwickeln können? Ganz einfach: Wechseln Sie gedanklich die Branche. Was in Hotels schon lange die Norm ist, nämlich an 7 Tagen pro Woche für den Kunden da zu sein, hat bei Zahnärzten Seltenheitswert. Doch so langsam wacht die Branche auf. Ansprechende Praxiseinrichtung, Musik und freundliche Mitarbeiter findet man in den Praxen immer häufiger. Doch lange Öffnungszeiten sind immer noch die Ausnahme, obwohl diese laut Gesetz "dem Bedarf der Patienten" angepasst werden können! Die Frage, die Sie sich dringend stellen müssen: Welchen Bedarf übersehen Sie?

 

 

Querdenk-Update

Commerce Bank (Beratungsletter 6/2006)

Die 1973 gegründete Commerce Bank hat sich in der Branche einen Namen gemacht als die kundenorientierteste und servicestärkste Bank Amerikas. Hinzu kommt: Diese Bank ist anders als andere Finanzinstitute. Das Resultat: Wachstumsraten von über 25 Prozent in den vergangenen fünf Jahren.

Anders als andere Banken:

Selbstverständnis: Man sieht sich nicht als Bank sondern als führendes Handelsunternehmen. In den USA sicherlich intelligent, in Deutschland wäre der Vergleich mit dem Einzelhandel nicht in jedem Fall empfehlenswert ;-)

Benchmarks: Die Commerce Bank vergleicht sich nicht mit andern Banken, sondern mit führenden Unternehmen aus anderen Branchen, wie zum Beispiel der Kaffeehauskette Starbucks oder der erfolgreichen Fluglinie JetBlue.

"Kill a Stupid Rule" oder "Mach-die-blöde-Regel-platt" lautet eine weitere bemerkenswerte Initiative: Jeder Mitarbeiter, der eine sinnlose Branchenregel findet und einen Weg, ohne diese zu leben, erhält einen Geschenkgutschein im Wert von 50 Dollar. Das Management fleht seine Mitarbeiter förmlich an, immer wieder nach unnötigen Regeln und nutzloser Bürokratie zu suchen.

Öffnungszeiten: Sollte eigentlich selbstverständlich sein - ist es aber nicht: Man richtet sich nach seinen Kunden und nicht umgekehrt. Das bedeutet bei der Commerce Bank: Alle Filialen sind an sieben Tage in der Woche geöffnet; mit langen Öffnungszeiten, werktags üblicherweise von 7:30 bis 20:00 Uhr.

10-Minuten-Regel: Die Bank öffnet ihre Türen 10 Minuten vor der offiziellen Öffnungszeit und schließt sie 10 Minuten nach Ende der offiziellen Öffnungszeit. Diese Regel wird nirgends beschrieben oder beworben. Der Effekt bei den Kunden: Sie sind glücklich, weil sie das Gefühl haben, dass für sie eine Ausnahme gemacht wird.

Wow Shops: Die Bank ist 14.000 mal im Jahr ihr eigener Kunde. Jede Filiale wird 5-6 mal im Monat inkognito besucht. Man eröffnet pro forma ein Konto, hebt Geld ab, hat ein Problem: So entdeckt man, welche Erfahrungen Kunden mit der Bank, den Mitarbeitern und Produkten machen. Die Konsequenz: permanente Verbesserung und Innovation.

Querdenk-Chance

"Das größte Problem der meisten Banken ist, dass sie ihre Kunden misshandeln und zwar jeden Tag!" Nein, das sind nicht unsere Worte, sondern die von Vernon Hill, dem Vorstand der Commerce Bank.

Der Mann hat Recht. Viel zu viele Unternehmen - und das gilt nicht nur für Banken - folgen (immer noch) dem Ideal einer lauwarmen und irgendwie zufrieden stellenden Transaktion zwischen Anbieter und Kunde. Stattdessen müssen wir uns darauf konzentrieren, ein ganzheitliches, nachhaltiges und neuartiges Kundenerlebnis zu schaffen. Unternehmen wie Starbucks, Harley Davidson oder Ikea haben diesen Sprung geschafft. Wie sieht es bei Ihnen aus?

Drei weitere Dinge kann man von der Commerce Bank lernen:

1) Ändern Sie Ihr Selbstverständnis: Wir sind keine Bank, kein Hotel, kein XYZ, sondern ein führendes Serviceunternehmen.

2) Suchen Sie Benchmarks in anderen Branchen: Wir interessieren uns nicht für die Citybank, sondern für Starbucks und Jetblue Airlines.

3) Kopieren Sie die "Mach-eine-blöde-Regel-platt" Initiative und belohnen Sie jeden Mitarbeiter, der eine sinnlose Branchenregel, ein unnötiges Formular etc. entdeckt!

 

 

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Graniterock (Beratungsletter 3/2006)

Graniterock, ein Unternehmen aus Watsonville im amerikanischen Bundesstaat Kalifornien, ist in einer Branche tätig, die alles andere als sexy ist. Keine Spur von Lifestyle, sondern Schotter, Sand und Asphalt.

Nun stellen Sie sich einmal folgendes vor: Sie sind ein Bauunternehmer, dem gerade eine Ladung Asphalt für ein größeres Straßenbauprojekt geliefert wurde. Zeitgleich mit der Lieferung erhalten Sie eine Rechnung, auf der folgendes steht:

"Sollten Sie, aus welchem Grund auch immer, mit uns nicht zufrieden sein, bezahlen Sie uns bitte nicht. Das bedeutet: Sollte irgendein Posten auf dieser Rechnung nicht korrekt sein, oder sollten Sie mit den Produkten bzw. unserem Service nicht zufrieden sein, dann lassen Sie uns das bitte unverzüglich wissen. Markieren Sie einfach den entsprechenden Posten auf der Rechnung, geben Sie uns eine kurze Beschreibung des Problems und senden Sie eine Kopie der Rechnung an uns zurück - zusammen mit dem Scheck in Höhe des Restbetrags."

Sie haben richtig gelesen. Sollten Sie der Meinung sein, dass eine verpfuschte Lieferung Ihnen beispielsweise 1.000 Dollar an zusätzlicher Arbeitszeit verursacht hat, ziehen Sie diese Summe von der Rechnung ab. Sollten Sie wirklich sehr verärgert sein, zahlen Sie überhaupt nichts.

Das klingt wahnsinnig, beschreibt aber exakt eines der Serviceangebote, die Granite Rock seinen Kunden bietet. Dem Unternehmen, das in einem absoluten Massenmarkt agiert, ist es damit gelungen, eine phantastische Kundenloyalität aufzubauen. Interessant in diesem Zusammenhang: die Preise, die Granitrock verlangt, sind vergleichsweise hoch, werden aber von den Kunden gern bezahlt.

Und noch etwas: Graniterock macht nicht viele Fehler, andernfalls würde es durch das Erfüllen seiner Versprechen schon längst pleite sein.

Querdenk-Chance

Und nun stellen Sie sich einmal vor, IHRE Kunden könnten IHRE Rechung in Abhängigkeit ihrer Zufriedenheit kürzen. Was dann? Wären Sie in drei Wochen noch im Geschäft oder schon nach drei Tagen Pleite?

Das Graniterock Beispiel zeigt zwei Dinge:

1) Mit der Zufriedenheitsgarantie hat sich das Unternehmen eine Monopolstellung in einem absoluten Massenmarkt geschaffen und ist raus aus dem Kopf-an-Kopf-Preiswettbewerb. Kundenzufriedenheit ist hier dramatisch mehr als nur ein Slogan.

2) Diese Zufriedenheitsgarantie hat einen dramatischen Einfluss auf das Management der gesamten Firma, denn es handelt sich dabei um eines der besten Frühwarnsysteme auf dem Markt. Es liefert ein nicht zu ignorierendes Feedback über die Produkt- und Servicequalität aus Sicht der Kunden und es zwingt Graniterock, die Ursache eines jeden Problems an der Wurzel zu fassen.

Sind Sie bereit diesen 5-Star-Service IHREN Kunden anzubieten?

 

 

Querdenk-Update

Malerdeck (Beratungsletter 10/2005)

Zwei Dinge fallen auf bei Werner Deck, einem Malermeister aus der Nähe von Karlsruhe: Fast 70% seiner Kunden sind über 60 Jahre alt und er erzielt traumhafte Zufriedenheitsraten: Fast 97% seiner Kunden sind mit Qualität und Service des Unternehmens zufrieden.

Bevor Sie jetzt stöhnen "was heißt schon zufrieden – man muss Kunden begeistern…" lesen Sie weiter.

Malerdeck fokussiert auf die 55+Generation und bietet dieser kaufkräftigen Zielgruppe einen bemerkenswerten Rundum-Service:

Putzen und saugen: Das Unternehmen räumt ein und aus, putzt und saugt. Kunden müssen sich um nichts kümmern.

Garantien: Die Fertigstellung der Arbeiten wird zum vereinbarten Termin und zum Festpreis garantiert. Daneben gibt es noch die Sauberkeitsgarantie, die Kompetenzgarantie und die Langfristgarantie.

Einladung zum Essen: Während der Renovierungszeit brauchen Kunden nichts zu kochen. Ein täglicher Restaurantbesuch ist für die Kunden im Preis inkludiert.

Urlaubsservice: Auf Wunsch werden Renovierungsarbeiten erledigt, während der Kunde im Urlaub ist.

Der Grundsatz bei malerdeck lautet: Für die Kunden außergewöhnlich angenehm auffallend anders als alle anderen zu sein!

Querdenk-Chance

Mittelmaß gewinnt nie! Um Erfolg zu haben, müssen wir aufhören, mittelmäßige Angebote zu mittelmäßigen Preisen mit mittelmäßigem Service zu offerieren. Das führt im besten Fall zu mittelmäßigen Ergebnissen! Malerdeck zeigt, dass die Zukunft jenen gehört, die fokussiert und mit herausragenden Angeboten eine Monopolstellung im Markt schaffen. Denn nur so gibt es ein Entrinnen aus dem Wettbewerb der Gleichheit, in dem nur der niedrigere Preis den Unterschied macht.

 

Anja Förster und Dr. Peter Kreuz gehören zu einer neuen Generation von Wirtschaftsvordenkern.

Leidenschaftlich unkonventionell kämpfen die beiden Bestsellerautoren für die Befreiung aus Denkschablonen und das Verlassen ausgetretener Pfade. Mit ihrem Labor für Business Querdenken sind sie auf allen fünf Kontinenten unterwegs und suchen nach unkonventionellen und erfolgreichen Geschäftskonzepten und nach den Menschen, die dahinter stehen.

Was SIE davon haben? Den Blick über den Tellerrand und 100 Prozent Inspiration!